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Von Pakalolo zu longboard.de: Longboard-Geschichte aus Berlin seit 1997

Kurzfassung

longboard.de war einmal Pakalolo Longboards: selbst entworfene Decks, gebaut von einem Berliner Tischler, Rollen mit Pakalolo-Logo und Events mit Bar und DJ.

#heritage#geschichte#berlin

Wer heute longboard.de aufruft, sieht einen Longboard-Finder: kuratierte Boards, sortiert nach Fahrstil, dazu Ratgeber und dieser Blog. Was man nicht sieht: Diese Domain trägt eine Geschichte mit sich, die bis in die späten Neunziger zurückreicht. Bevor hier Kaufberatung stand, stand hier eine Marke — Pakalolo Longboards, gegründet 1997 in Berlin.

Das ist die Geschichte, wie sie sich aus alten Katalogen, dem Internet Archive und Gesprächen mit damaligen Mitgliedern des Pakalolo-Longboard-Teams rekonstruieren lässt. Die Zeitzeug:innen wurden gezielt nach ihren Erinnerungen an Gründung, Boards, Events und die Jahre danach befragt.

Pakalolo war kein Ladengeschäft und kein Import-Händler. Die Decks wurden in Berlin selbst entworfen und von einem Berliner Tischler aus mehrschichtiger Buche gebaut — Modelle wie das „Classic“ mit 120 × 22 Zentimetern. Vertrieben wurde ausschließlich online, was Ende der Neunziger alles andere als selbstverständlich war.

Katalogseite mit dem Modell Classic: mehrschichtige Buche, 120 × 22 cm, NTN-Abec-5-Kugellager

Die Achsen wurden zugekauft, die Rollen ließ man mit eigenem Logo fertigen: „Original Pakalolo 76 mm“ stand auf den Urethan-Rollen, dazu das Pakalolo-Logo — das Markenzeichen, das auf Decks, Rollen und Katalogen auftauchte.

Original Pakalolo-Rollen mit Logo-Aufdruck, 76 Millimeter

Das originale Pakalolo-Logo in Nahaufnahme

Der Katalog von damals liest sich wie das Sortiment eines Vollsortimenters im Miniaturformat: Carving-Achsen mit 180 Millimetern, Downhill-Achsen mit 160, sogar eine 205-Millimeter-Achse für Streetluge-Wettbewerbe. Bei den Rollen reichte die Palette vom „P stock duster“ bis zur Offroad-Rolle mit Profil.

Katalog-Rückseite mit dem Achsen- und Rollenprogramm — und der Adresse: Rostocker Str. 31, Berlin, www.Longboard.de

Und ganz unten auf der Katalog-Rückseite steht die Adresse, die diese Geschichte mit der Gegenwart verbindet: Pakalolo Longboards, Rostocker Str. 31, 10553 Berlin — www.Longboard.de. Diese Domain, auf der du gerade liest, war von Anfang an das Zuhause der Marke.

Shirts, Caps und Sonnenbrillen — Merch, bevor es Merch hieß

Beim Blättern durch den alten Katalog findet sich noch etwas Bemerkenswertes: „P. shirts“ in Gelb mit Pakalolo-Aufdruck, „P. caps“ aus Baumwolle und Cord, sogar „P. optics“-Sonnenbrillen mit gelben und verspiegelten Gläsern. Eine eigene Textil- und Zubehörlinie, zwei Jahrzehnte bevor „Merch“ ein geläufiges Wort wurde.

Katalogseite mit P. shirts und P. caps — die Original-Merch-Linie

Dazu gab es Artboards: handbemalte Einzelstücke, halb Sportgerät, halb Kunstobjekt.

Handbemaltes Artboard-Einzelstück

Katalogseite „Artboards im Internet“ mit Werkstatt-Foto und www.Longboard.de

Hills, Bar und House Music: die Pakalolo-Events

Pakalolo war mehr als Produkte. Zum Konzept gehörten Events auf Berliner Hills, bei denen jeder die Boards ausprobieren konnte — dazu eine mobile Pakalolo-Bar und ein befreundeter DJ, der unter dem Namen Pakalolo Soundlab auflegte — House Music, passend zum entspannten Rollen den Hill hinunter.

In alle Welt verstreut

Nach ein paar Jahren löste sich Pakalolo auf — nicht mit einem Knall, sondern so, wie sich Crews eben auflösen: Die Wege trennten sich, und die Mitglieder verstreuten sich buchstäblich über den Globus.

Einer ging nach Venezuela — und organisiert dort bis heute Veranstaltungen, die Boards immer dabei.

Pakalolo in Venezuela: Boards im Kofferraum, die Idee reist mit

Ein anderer zog nach Südafrika und eröffnete dort Pakalolo Table View — eine Beachbar am Blouberg-Strand bei Kapstadt mit Blick auf den Tafelberg, inzwischen mit zweitem Standort in Hout Bay. Sie ist heute fester Treffpunkt der Kite- und Surfszene, unter anderem beim „King of the Air“. Die Boards haben es nie nach Südafrika geschafft — die Idee von Brettern, Bar und Musik schon.

Und ein Teil blieb, wo alles angefangen hat: in Berlin. Pakalolo Soundlab legt hier bis heute auf.

Ein späterer Versuch, den Shop mit Boards anderer Hersteller weiterzuführen — das Internet Archive zeigt den „Pakalolo Boarding“-Shop von 2011 mit über 200 Produkten — scheiterte an den Konditionen: Die Marken verlangten Investitionen, die für ein Herzensprojekt nicht zu rechtfertigen waren.

Danach wurde es still um die Domain. Zwanzig Jahre lang.

Die Boards fahren noch

Was von Pakalolo blieb, sind die Boards selbst. Auf Kleinanzeigen-Portalen tauchen sie bis heute gelegentlich auf, angeboten als „originales Pakalolo Longboard, selten“. Und manchmal begegnet einem eines einfach im Park:

Ein Original Pakalolo-Cruiser mit Camo-Grip — fotografiert 25 Jahre nach seinem Bau, noch immer im Einsatz

Dieselben Camo-Cruiser, fabrikneu im Versandkarton — so verließen sie damals Berlin

Ein Deck aus mehrschichtiger Buche, gebaut von einem Tischler, der sein Handwerk verstand, hält offensichtlich länger als so mancher Trend.

Warum wir das erzählen

Seit 2026 ist longboard.de wieder aktiv — nicht mehr als Hersteller, sondern als unabhängiger Longboard-Finder für den DACH-Raum. Wir bauen keine Boards mehr; wir helfen beim Finden des richtigen. Aber die Wurzeln bleiben: Wer hier Kaufberatung liest, liest sie auf einer Domain, auf der seit 1997 Longboard-Wissen zu Hause ist.

Und ein Stück Pakalolo kehrt zurück: Das originale Pakalolo-Logo — sorgfältig von der Vorlage digitalisiert — gibt es ab sofort als Heritage-Kollektion in unserem Shop: auf Shirts, Hoodies und Caps, mit dem P in Orange. Die Geschichte dazu kennst du jetzt.

Übrigens: Der Name „Pakalolo“ wird heute auch von anderen, unabhängigen Unternehmen genutzt — etwa einem polnischen Skimboard-Hersteller und als Farbvariante eines australischen Boardherstellers. Mit dem Berliner Pakalolo Longboards von damals haben diese nichts zu tun.

Du hast noch ein originales Pakalolo-Board im Keller — vielleicht sogar einen „Surfer“? Schreib uns, wir freuen uns über jedes Lebenszeichen der alten Bretter.


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